
Ein Alltag des Miteinanders – wie gute Nachbarschaft gelingen kann
Wien ist aktuell eine der am stärksten wachsenden Metropolen in der Europäischen Union. Diese beeindruckende Wachstumsdynamik bringt einerseits kulturelle Vielfalt und unterschiedlichste Lebensentwürfe mit sich, bedeutet andererseits jedoch auch zahlreiche Herausforderungen: Viele Menschen leben in der Anonymität der Großstadt oft auf engem Raum zusammen, kennen sich dabei aber kaum. Häufige Konsequenzen sind soziale Isolation, Einsamkeit oder gar Nachbarschaftskonflikte.
Gerade im großstädtischen Wohnumfeld wird deutlich, wie wichtig gelebte Nachbarschaft für das soziale Gefüge ist. In den rund 30.000 von der GESIBA betreuten Wohnungen wird dem oft zitierten Bonmot „In Wien kennt man sich vom Wegschauen“ abgeschworen und ein „Alltag des gelebten Miteinanders“ aktiv gefördert – als zentraler Beitrag zur Lebensqualität und zum sozialen Zusammenhalt.
Eine „lebendige“ Nachbarschaft sorgt für persönliche Begegnungen und fördert das Zugehörigkeitsgefühl in der unmittelbaren Wohngemeinschaft. Ein respektvolles Miteinander beginnt oft schon im Alltag: Freundliches Grüßen im Stiegenhaus, im Aufzug oder im Müllraum, gegenseitige Rücksichtnahme bei nächtlichen Ruhezeiten oder ein offenes Ohr für Anliegen der Nachbar*innen tragen dazu bei, einander kennenzulernen, Vertrauen aufzubauen und mögliche Konflikte zu vermeiden.
Darüber hinaus spielen gemeinsame Aktivitäten und lokale Initiativen eine wichtige Rolle. Nachbarschaftsfeste, Gemeinschaftsgärten, gemeinschaftliche organisierte Sportveranstaltungen oder kleine Projekte im Wohnumfeld bringen Menschen zusammen und fördern den Austausch über Alters- und Kulturgrenzen hinweg.
In vielen GESIBA-Anlagen laden gut gestaltete Freiräume – vom begrünten Innenhof bis hin zum Gemeinschaftsraum oder der gemeinschaftlich genutzten Dachterrasse – dazu ein, sich dort länger gemeinsam aufzuhalten, gemeinsamen Interessen nachzugehen und einfach miteinander ins Gespräch zu kommen. Digitale Hausgruppen oder Nachbarschaftsplattformen können zusätzlich helfen, Informationen zu Veranstaltungen zu teilen und Kontakte zu knüpfen, insbesondere für neue zugezogene Bewohner*innen.
Eine gute Nachbarschaft bedeutet nicht, dass alle gleich sein müssen. Sie lebt von gegenseitigem Respekt, Offenheit und dem Willen, einander trotz aller Unterschiede zu respektieren und wahrzunehmen. Sie leistet so einen wichtigen Beitrag zu sozialem Zusammenhalt und lebenswertem Wohnen – nicht nur in unseren GESIBA-Wohnanlagen, sondern in der gesamten Stadt!
5 „Quick-Tipps“ für ein gutes Zusammenleben in der unmittelbaren Nachbarschaft:
- Nett grüßen: Bereits ein freundliches „Hallo“ oder „Guten Tag“ im Aufzug, im Stiegenhaus oder Müllraum schafft Vertrauen und zaubert ein Lächeln ins Gesicht.
- Rücksicht nehmen: Nächtliche Ruhezeiten respektieren, Nachbar*innen bei besonderen Anlässen oder größeren Feiern vorab informieren, Müll korrekt entsorgen und im Stiegenhaus bzw. den Gemeinschaftsräumen keine persönlichen Dinge lagern.
- Kontakt pflegen: Gemeinsame Aktivitäten wie Gartenarbeit, Spieleabende, sportliche Aktivitäten oder kleine Feste können Menschen in Ihrer Wohnhausanlage zusammenbringen und das soziale Gefüge stärken.
- Gemeinschaftsräume nutzen: Innenhöfe, Gemeinschaftsräume oder Spielplätze als Begegnungsorte respektvoll nutzen.
- Digitale Vernetzung: Hausgruppen oder Nachbarschaftsplattformen erleichtern Kommunikation und bieten Raum für Austausch und Informationen.