
Ökoflächenspaziergang in der Reizenpfenninggasse: Natur erleben, Fragen stellen, gemeinsam hinschauen
Ein spätsommerlicher Spaziergang durch die Wohnhausanlage Reizenpfenninggasse bot rund 50 Bewohner*innen die Gelegenheit, ihre Grünräume einmal aus einer ganz besonderen Perspektive kennenzulernen. Gemeinsam mit Johann Gangl, Leiter der GESIBA Gärtnergruppe, ging es am 9. September 2026 durch das weitläufige Areal – vorbei an Ökoflächen, Bäumen und historischen Gebäudeteilen.
Was wächst hier eigentlich?
Die Ökoflächen standen Anfang September naturgemäß nicht mehr in ihrer vollen Blüte. Dennoch gab es für die Teilnehmer*innen viel zu entdecken. Johann Gangl erklärte, welche Pflanzen auf den verschiedenen Flächen wachsen beziehungsweise im Laufe des Jahres dort gewachsen sind und wie sich die Flächen im Jahresverlauf verändern.
Denn eine Ökofläche ist mehr als eine Wiese, die möglichst bunt aussehen soll. Sie entwickelt sich abhängig von Standort, Boden, Licht und Witterung und bietet unterschiedlichen Pflanzen und Tieren Lebensraum. Was im Frühling und Frühsommer noch üppig blüht, kann im Spätsommer bereits ganz anders aussehen, ist aber dennoch ein wichtiger Bestandteil des ökologischen Gesamtkonzepts.
Ein Gärtner mit offenem Ohr
Immer wieder blieben die Teilnehmer*innen stehen, stellten Fragen und kamen mit dem Gärtner ins Gespräch. Dabei ging es nicht nur um die Ökoflächen selbst, sondern auch um den Zustand einzelner Bäume und um die Pflege der Grünanlagen. Johann Gangl nahm sich für die Fragen der Bewohner*innen viel Zeit und erklärte geduldig die Zusammenhänge. Gerade dieser direkte Austausch macht die Spaziergänge wertvoll: Die Bewohner*innen können ihre Fragen und Beobachtungen unmittelbar an den Fachmann richten – und erhalten verständliche Antworten aus erster Hand. Dabei beschränkt sich das Wissen des Gärtners nicht auf die großen Grünflächen der Wohnhausanlagen. Auch bei Fragen rund um die Pflege von Balkon- und Terrassenpflanzen steht er den Bewohnerinnen mit Rat zur Seite.
„Es geht darum, miteinander ins Gespräch zu kommen und die Menschen für ihre unmittelbare Umgebung zu sensibilisieren“, meint Johann Gangl. „Denn wer weiß, warum bestimmte Bereiche anders gepflegt werden, warum manche Pflanzen stehen bleiben und weshalb ein Baum manchmal weichen muss, entwickelt auch leichter Verständnis für die Entscheidungen rund um die Grünraumpflege.“
Natur und Denkmal gemeinsam erleben
Die Reizenpfenninggasse zeigt dabei besonders eindrucksvoll, wie unterschiedliche Qualitäten miteinander verbunden werden können. Historische, denkmalpflegerisch wertvolle Bauteile treffen auf neu revitalisierte Bereiche und moderne Wohnformen. Dazwischen liegen Grün- und Freiflächen, die den Bewohner*innen Lebensqualität bieten und zugleich Raum für Natur schaffen.
Großes Interesse an den Grünräumen vor der eigenen Haustür
Der Ökoflächenspaziergang hat einmal mehr gezeigt: Nachhaltigkeit findet nicht nur in großen Projekten oder technischen Lösungen statt. Sie beginnt auch direkt vor der eigenen Haustür – dort, wo Menschen leben, sich begegnen und ihre gemeinsame Umgebung gestalten und erleben.
Nach zahlreichen Fragen und vielen interessanten Gesprächen war am Ende vor allem eines spürbar: Die Bewohnerinnen interessieren sich für die Grünräume ihrer Wohnanlage und möchten wissen, was dort wächst, wie die Flächen gepflegt werden und wie sich die Natur in Zukunft entwickeln kann.
Fotos: © GESIBA





