
Wilde Wiesen, große Wirkung: Ökoflächen in der Großstadt
Wien gilt mit einem Grünflächenanteil von über 50 % des Stadtgebiets als eine der grünsten Metropolen weltweit. Ob Wienerwald, Lobau, Wilhelminenberg oder Prater – den Wienerinnen und Wienern bieten sich zahlreiche Möglichkeiten, die Großstadtseele in Naherholungsgebieten baumeln zu lassen. Noch besser als der regelmäßige Ausflug ins Grüne sind jedoch naturbelassene Ökoflächen vor der eigenen Haustür. Diese sind nicht nur beliebt, sondern obendrein auch noch gut für das Stadtklima. Für die GESIBA sind Ökoflächen ein wesentlicher Beitrag zur verbesserten Lebensqualität und der Vielfalt der Natur. Daher sind Ökoflächen bei zahlreichen GESIBA-Wohnhausanlagen zu finden. Ein Jahr lang wird das Thema Ökoflächen ein Schwerpunkt in unserem Newsletter sein, um Ihnen Informationen und Einblicke in die Natur vor der Haustür zu ermöglichen.
Sogenannte „Ökoflächen“ sind weit mehr als „ungemähte Wiesen“ im urbanen Raum. Bei Ökoflächen handelt es sich um Grünflächen, die ganz bewusst von einer intensiven auf eine extensive Nutzung umgestellt wurden. Konkret bedeutet das: Statt regelmäßig kurz geschnitten zu werden, werden diese Wiesen nur ein- bis maximal dreimal im Jahr gemäht.
So entstehen artenreiche Lebensräume mit ganz eigener Dynamik. Je nach Standort – etwa Nährstoffangebot, Temperatur oder Feuchtigkeit – entwickeln sich unterschiedliche Pflanzengesellschaften. Jene Pflanzenarten, die mit den jeweiligen Bedingungen am besten zurechtkommen, setzen sich durch. Dadurch gleicht keine Ökofläche der anderen. Jede weist einen einzigartigen Charakter auf. Was für manche auf den ersten Blick „ungepflegt“ wirkt, ist in Wahrheit ein wichtiger Beitrag zur Ökologisierung urbaner Lebensräume in Zeiten voranschreitender Bodenversiegelung.
In diesen vermeintlich „ungepflegten“ Wiesen wachsen heimische Kräuter, Blumen und Gräser. Auch zahlreiche sogenannte Beikräuter finden hier Platz. Sie ziehen nützliche Insekten an, die wiederum unterschiedlichen Vogelarten als wertvolle Nahrungsquelle dienen.
Sich selbst entfaltende Natur bei Wiener*innen beliebt
Eine Ökofläche entsteht nicht zufällig – sie wird gezielt geplant und von Profis betreut. Im Frühjahr wird hochwertiges, standortgerechtes Saatgut mit heimischen Kräutern, Blumen und Gräsern eingebracht. Die erste Mahd erfolgt erst, wenn Blüten und Gräser abgeblüht sind und sich ausgesät haben – meist im Hochsommer. Sofern möglich, bleiben dann Teile der Ökoflächen über den Winter stehen. Die vertrockneten Halme und Stängel bieten zahlreichen Insektenarten wertvolle Überwinterungsmöglichkeiten.
Studien zeigen, dass wilde Naturflächen mit spontaner Vegetation gerade im Stadtgebiet große ökologische und gesundheitliche Vorteile bieten. In Zeiten zunehmender Verbauung und bedrohter Ökosysteme gewinnt die Renaturierung auch in der Stadtplanung immer mehr an Bedeutung.
Gleichzeitig steigt die Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner. Eine aktuelle Studie der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) zeigt: Die Mehrheit der Wienerinnen und Wiener steht dem „Urban Rewilding“, also der bewussten Entwicklung städtischer Grünflächen hin zu wilder, sich selbst entfaltender Natur, positiv gegenüber.
Die Forschenden betonen, dass die Akzeptanz besonders hoch ist, wenn die neu entstehenden Naturflächen für die Bevölkerung zugänglich und erlebbar bleiben. Entscheidend sei ein ausgewogenes Zusammenspiel zwischen ökologischen Zielen und den Bedürfnissen der Stadtbewohner*innen.
GESIBA setzt auf mehr Natur
Aktuell betreut die GESIBA rund 80.000 Quadratmeter Ökoflächen in 30 Wohnhausanlagen, beispielsweise in unseren Anlagen in der Gussriegelstrasse 40, dem Wohnpark Alt-Erlaa oder in der Händelgasse 1. Eine beachtliche Fläche, die zeigt, wie ernst wir es mit Artenvielfalt und nachhaltiger Stadtentwicklung meinen. Der GESIBA ist dies ein großes Anliegen, wie Vorstandsdirektor MMag. Roland Böhm, LL.M. erklärt:
"Ökoflächen sind für uns als GESIBA weit mehr als ein ökologisches Statement. Sie sind Ausdruck der Verantwortung für eine nachhaltige Stadtentwicklung und ein spürbarer Beitrag zur Lebensqualität in unseren Wohnhausanlagen. Indem wir der Natur Raum geben, fördern wir Artenvielfalt, verbessern das Mikroklima und schaffen zugleich Orte, an denen sich die Bewohnerinnen und Bewohner wohlfühlen können. Nachhaltigkeit ist für die GESIBA kein kurzfristiger Trend, sondern ein langfristiges Versprechen."
Das Thema Ökoflächen wird uns im kommenden Jahr begleiten – ein ganzes Jahr voller wilder Wiesen und vielfältiger Einblicke in die Natur direkt vor der Haustüre! Jeden Monat möchten wir Sie in unserem Newsletter mit einem neuen Artikel über die verschiedenen Facetten der GESIBA Ökoflächen begeistern. Ob es um spannende Pflanzenarten, die Bedeutung für die Tierwelt oder die Auswirkungen auf das Stadtklima geht – Sie dürfen sich auf interessante Geschichten und neue Perspektiven freuen!
Bleiben Sie also dran und lassen Sie sich von Monat zu Monat von der wilden Schönheit unserer Ökoflächen verzaubern!
Fotos: © GESIBA


