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„Entscheidend ist, dass man seine Aufgabe mit Leidenschaft erfüllt“

Rund 550 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, 16 Fachbereiche und eine durchschnittliche Unternehmenszugehörigkeit von über zwölf Jahren: Die GESIBA steht nicht nur für ein breites Spektrum an beruflichen Möglichkeiten, sondern auch für eine starke, langanhaltende Personalbildung sowie eine große Identifikation mit dem Unternehmen. Wie sich langjährige Erfahrung und neue Perspektiven verbinden lassen, welche Chancen sich für junge Talente eröffnen und welche Herausforderungen der demografische Wandel mit sich bringt, erläutert Angelina Markovic, Leiterin des Teams „Personalmanagement und -entwicklung“ im FAIRLIVING-Interview.

Was zeichnet die GESIBA als Arbeitgeberin aus? Was macht das Unternehmen besonders attraktiv?

Angelina Markovic: Für mich zeichnet sich die GESIBA vor allem dadurch aus, dass sie eine sichere Arbeitgeberin mit einem vielfältigen, attraktiven Tätigkeitsspektrum ist. Bei uns sind nicht nur technische Berufe angesiedelt, sondern auch zahlreiche Tätigkeiten im administrativen Bereich und in der Verwaltung.

Ein weiteres wesentliches Charakteristikum ist die lange Betriebszugehörigkeit vieler Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die damit verbundene Loyalität gegenüber dem Unternehmen. Es ist bei uns keine Seltenheit, dass Menschen bereits seit 20, 30 oder sogar 40 Jahren im Unternehmen tätig sind. Viele haben die GESIBA und ihre Prozesse über Jahrzehnte mitgestaltet und verfügen über ein enormes historisches Wissen.

Das ist keineswegs selbstverständlich. Wir haben Mitarbeitende hier im Haus, die bereits ihre Lehre bei uns absolviert haben und bis zu ihrer Pensionierung im Unternehmen bleiben. Für mich zeigt das, dass sich die Menschen bei der GESIBA wohlfühlen und sich langfristig mit ihrer Arbeitgeberin identifizieren.

Woran erkennen Sie, ob jemand gut zur GESIBA passt? Welche Eigenschaften und Fähigkeiten sind Ihnen besonders wichtig?

Angelina Markovic: Für mich ist entscheidend, dass jemand seine Aufgaben mit Leidenschaft erfüllt, sich aktiv einbringen und etwas mitgestalten möchte. Die GESIBA befindet sich derzeit in einem umfassenden Veränderungsprozess. Viele Abläufe werden digitalisiert und organisatorische Strukturen neugestaltet. Deshalb suchen wir Menschen, die bereit sind, diesen Wandel aktiv mitzugestalten und Verantwortung zu übernehmen.

Ebenso wichtig sind Neugierde und die Bereitschaft, Neues zu lernen, so wie der gegenseitige Wissensaustausch. Neue Kolleginnen und Kollegen bringen wertvolle Erfahrungen und Perspektiven von außen mit, während sie gleichzeitig vom umfangreichen Wissen unserer langjährigen Belegschaft profitieren können. 

Dieser Wissenstransfer ist für mich ein wesentlicher Erfolgsfaktor.

Bei der GESIBA arbeiten Menschen unterschiedlicher Generationen, Kulturen und beruflicher Hintergründe zusammen. Sehen Sie diese Vielfalt eher als Stärke oder als Herausforderung? Und wie gelingt es, die unterschiedlichen Erfahrungen und Kompetenzen zu bündeln?

Angelina Markovic: Wir sehen diese Vielfalt sowohl als Stärke als auch als Herausforderung. Viele unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben das Unternehmen über Jahrzehnte geprägt. Da ein Teil von ihnen in den kommenden Jahren in Pension gehen wird, stehen wir vor der wichtigen Aufgabe, ihr Erfahrungswissen langfristig zu sichern.

Die GESIBA ist gewissermaßen ein Abbild des demografischen Wandels in Österreich „in a nutshell“. Uns ist wichtig, dass bei uns Menschen mit ganz unterschiedlichen Lebenswegen und Kulturkreisen zusammenfinden. Man lernt im Arbeitsalltag unglaublich viel voneinander, wenn man den Dingen nicht immer nur aus der eigenen Perspektive begegnet. Das bereichert die Zusammenarbeit ungemein.

Deshalb beschäftigen wir uns intensiv mit dem Wissensmanagement. Seit zwei Jahren erfasst und dokumentiert unser Prozessmanagement systematisch die Abläufe in den einzelnen Abteilungen. Zudem arbeiten wir an klaren Stellenbeschreibungen sowie an Karriere- und Nachfolgepfaden, um künftige Übergaben rechtzeitig vorzubereiten.

Erste wichtige Schritte sind bereits gesetzt, doch das Thema wird uns auch in den kommenden Jahren intensiv beschäftigen.

Der demografische Wandel stellt Unternehmen auch im Recruiting vor neue Herausforderungen. Wie gelingt es der GESIBA, qualifizierte Fachkräfte und insbesondere junge Talente für sich zu gewinnen? Was zeichnet Ihre Recruitingstrategie aus?

Angelina Markovic: Als gemeinnütziger Wohnbauträger wird die GESIBA von außen nicht immer als besonders dynamische Arbeitgeberin wahrgenommen. Gerade junge Menschen könnten sich fragen, welche Entwicklungsmöglichkeiten ihnen ein solches Unternehmen bietet.

Mich hat nach meinem eigenen Eintritt ins Unternehmen allerdings sehr positiv überrascht, wie stark sich das Unternehmen weiterentwickeln möchte. 

Die GESIBA ist keineswegs ein starres Gebilde, sondern befindet sich mitten in einem umfassenden Veränderungsprozess, an dem sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aktiv beteiligen können.

Genau darin sehe ich eine große Chance, insbesondere für jüngere Generationen und qualifizierte Fachkräfte. Wer hier bei uns etwas bewegen, eigene Ideen einbringen und Prozesse mitgestalten möchte, findet auch zahlreiche Möglichkeiten, um dies zu tun. 

Wer Eigeninitiative zeigt, Verantwortung übernimmt und mit Leidenschaft an seine Aufgaben herangeht, kann sich bei uns sowohl persönlich als auch beruflich weiterentwickeln. Diese Offenheit für Veränderung und Mitgestaltung ist eine zentrale Botschaft, die wir auch in unseren Bewerbungsgesprächen bewusst vermitteln möchten.

Nachhaltigkeit ist mittlerweile ein zentrales Thema in der Unternehmenswelt. Welche Bedeutung hat sie für das Personalmanagement und Recruiting der GESIBA? Und in welchen Berufsfeldern spielt sie eine besonders wichtige Rolle?

Angelina Markovic: Im Personalmanagement bedeutet Nachhaltigkeit für uns vor allem, langfristig und strategisch zu denken. Wir möchten Menschen gewinnen, die sich gemeinsam mit der GESIBA weiterentwickeln und dem Unternehmen längerfristig verbunden bleiben.

Der Generationenwandel stellt uns dabei vor neue Herausforderungen. Jüngere Menschen möchten häufig unterschiedliche Unternehmen kennenlernen und berufliche Erfahrungen sammeln. Sie binden sich auch weniger lang an ein bestimmtes Unternehmen. Umso wichtiger ist es, sie langfristig für die GESIBA zu begeistern.

Auch bei der Besetzung von Fachpositionen spielt Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle, insbesondere in technischen Bereichen wie der Bau- und Dekarbonisierungsabteilung. Hier sind Nachhaltigkeitsaspekte unmittelbar mit den fachlichen Aufgaben verbunden und müssen daher auch im Recruiting entsprechend berücksichtigt werden.

Ein wichtiges politisches Anliegen ist es, Mädchen und junge Frauen stärker für technische Berufe und MINT-Fächer zu begeistern. Beobachten Sie bei der GESIBA einen Wandel hinsichtlich des Interesses und des Selbstbewusstseins junger Frauen in technischen Berufsfeldern?

Angelina Markovic: Ja, diesen Wandel beobachten wir auf jeden Fall. Das zeigt sich sowohl bei unserer bestehenden Belegschaft als auch im Recruiting für technische Positionen. 

Früher hatten wir in technischen Berufsfeldern deutlich weniger weibliche Bewerberinnen. Das hat sich inzwischen verändert. Auch wenn wir bei der Geschlechterverteilung in diesen Bereichen noch keine Ausgewogenheit von 50 zu 50 erreicht haben, entwickeln wir uns meiner Meinung nach in eine gute Richtung.

Die GESIBA ist auch ein Lehrbetrieb und bietet unter anderem technische Lehrberufe an. Hier erkennen wir ebenfalls eine langsame, aber positive Entwicklung. Technische Ausbildungswege werden zunehmend auch für Mädchen und junge Frauen interessant.

Wir bemühen uns, diese Entwicklung aktiv zu unterstützen. Gleichzeitig muss ich einräumen, dass wir in diesem Bereich noch relativ am Anfang stehen.

Ich würde mir wünschen, dass wir künftig noch stärker nach außen auftreten und Mädchen sowie junge Frauen gezielter ansprechen, um sie für technische Berufe zu begeistern.

Wir haben beispielsweise bereits eine weibliche Auszubildende in einem technischen Lehrberuf, die hervorragende Arbeit leistet. Solche Beispiele zeigen, welches Potenzial vorhanden ist. Ich hoffe sehr, dass sich diese Entwicklung in Zukunft weiter verstärkt.

Welche Bedeutung hat die Lehrlingsausbildung für die GESIBA? Wie hat sie sich in den vergangenen Jahren entwickelt, und welche Priorität hat die Förderung junger Talente für das Unternehmen?

Angelina Markovic: Die Lehrlingsausbildung hat bei der GESIBA seit jeher einen hohen Stellenwert. Einige unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben ihre Laufbahn als Lehrlinge begonnen und sind heute in Führungspositionen tätig. Das zeigt, welche langfristigen Entwicklungsmöglichkeiten wir bieten.

Wir bilden in einem technischen und einem kaufmännischen Lehrberuf aus. Eine eigene Lehrlingsinitiative beschäftigt sich gemeinsam mit der Kommunikations- und Personalabteilung damit, die Ausbildung weiterzuentwickeln. Künftig möchten wir die GESIBA noch stärker als Ausbildungsbetrieb positionieren und unsere Angebote für junge Menschen sichtbarer machen.

Besonders erfreulich ist, dass viele Lehrlinge nach ihrer Ausbildung im Unternehmen bleiben. Damit ist die Lehrlingsausbildung ein wesentlicher Bestandteil unserer nachhaltigen Talent- und Personalentwicklung.

 

Foto: ©WILKE